Graspellets weisen Vorteile gegenüber Altpapier und Zellstoff aus.

In unabhängigen Studien zur Ökobilanz von Graspellets und Gras-Kartonage haben zwei renommierte Prüfinstitute festgestellt, dass die Verarbeitung von Gras als Ersatzstoff zu positiven Einflüssen im Bereich der CO2-Emmissionen führt. Insbesondere der Vergleich zu Holzschliff zeigt deutlich reduzierte Werte.

Ist Gras nicht nur der Farbe nach grün, sondern hat die Verarbeitung auch positive Einflüsse auf die Umweltbilanz? Der Beantwortung dieser Frage ging CREAPAPER durch die Beauftragung zweier Studien auf den Grund. Dabei wurde zum einen der Rohstoff (GRASPAP®) sowie zum anderen ein mit GRASPAP® hergestellter Karton im Hinblick auf seinen „Carbon Foodprint“ geprüft.

Zum Hintergrund: In Deutschland führen die bestehenden Recyclingsysteme zu einer hohen Wiederverwertung von Papier. Grundsätzlich ist der Einsatz von Altpapier in der Papierherstellung daher ausgesprochen positiv zu bewerten und führt im Vergleich zwischen Zellstoff bzw. Holzschliff zu einer positiven Umweltbilanz.

GRASPAP® versus herkömmliche Rohstoffe

Den Machern von CREAPAER war es besonders wichtig, bereits zu Beginn des Graspapier-Projektes eine Ökobilanz für GRASPAP® aufzustellen. Daher wurde das Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) mit dem Vergleich von Altpapier vs. Gras sowie Zellstoff vs. Gras beauftragt. Bei dieser Studie handelt es sich um eine sogenannte Screening-LCA, die nach den Richtlinien der ISO Standards für Ökobilanzen ISO 14040 & 14044 erstellt wurde.

Die grundsätzliche Erkenntnis aus dieser Studie ist, dass GRASPAP® niedrigere CO2-Werte ausweist. Der Vergleich gegenüber Zellstoff zeigt einen deutlichen Vorteil von nahezu 50 % weniger Treibausgasen. Die Bilanz gegenüber Altpapier (deinkt) ist mit mehr als 30 % verringerten Emissionswerte ebenfalls positiv. Zusätzliche CO2-Einsparungen lassen sich genieren, wenn Gras von Naturwiesen als Rohstoff eingesetzt wird.

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Gras-Kartonage ebenfalls mit guten CO2-Emmissionen

Nachdem erste Testkartons mit GRASPAP® hergestellt wurden, sollte eine zweite Ökobilanz mit Fokus auf das Endprodukt, zusätzlich Aufschlüsse zur Ökobilanz geben. Dabei wurden konventionelle Kartons mit dem grashaltigen Testkarton verglichen.

Die Studie führte die Papiertechnische Stiftung (PTS) in Zusammenarbeit mit dem bifa Umweltinstitut durch. Als Vergleichsobjekt wurde ein gebräuchlicher Faltschachtelkarton GD2 (Chromoduplex-Karton) herangezogen. Für den Karton mit GRASPAP® wurde ein typischer Produktaufbau sowie der Einsatz von 20 % in der Mittellage angenommen.

Folgende Varianten wurden miteinander verglichen:

  • A. GD-Karton aus 100% Altpapier / 350g/m²
  • B. GD-Karton aus Altpapier mit 20% Holzschliff in der Mittellage / 338 g/m²
  • C. GD-Karton aus Altpapier mit 20% GRASPAP® in der Mittellage / 338 g/m²

Für die Berechnung wurde die Jahresproduktion von 450 km²/a Karton einer mittleren Kartonfabrik zugrunde gelegt.

Die Ergebnisse des Produktvergleichs bestätigten die Erkenntnisse der ersten Studie

Beim Treibhauseffekt ergab die Studie hinsichtlich einer CO2-Einsparung in der Kartonproduktion gute Ergebnisse:

Der Karton mit Anteilen aus GRASPAP® zeigte im Vergleich zum Objekt aus umweltfreundlichen Altpapier (Variante A) auf, dass er bei den CO2-Emmissionen nicht nur mithalten konnte, sondern zusätzlich 4% bis 5% an schädlichen Treibhausgasen einspart. Wenn man berücksichtigt, dass die Heuernte zwischen vier und fünf mal pro Jahr stattfinden kann, während ein Baum durchschnittlich bis zu 12 Jahre heranwächst, fällt die Entscheidung leicht!

Wesentlich deutlicher fiel der Vergleich zur Variante B mit einem Holzschliff-Anteil aus, welcher häufig für Mittellagen in GD-Kartons eingesetzt wird. Der Vergleichskarton aus GRASPAP® ergab einen bis zu 14% verbesserten CO2-Wert.

Bei allen Vergleichen sind die Einsparungen davon sind abhängig, ob das Gras von Naturwiesen oder aus intensiven Anbau verwendet wird. Zusätzliche Einsparungen können generiert werden, indem der Anteil von GRASPAP® bei der Papierrezeptur erhöht wird.

Weiteres Potenzial zur CO2-Einsparung resultiert aus der Tatsache, dass durch den volumenbildenden Effekt von GRASPAP® ebenfalls wie beim Holzschliff eine Materialeinsparung von 3,4 % erzielt wird. Entsprechend ist mit der Produktion von grashaltigem-Karton ein reduzierter Ressourcenaufwand verbunden, der sich auch in einem geringeren Strom- und Wärmebedarf widerspiegelt.

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Fazit

Graspellets aus GRASPAP® sind nicht nur der Farbe nach grün, sondern sind ein ökologischer Rohstoff für die Papierindustrie. Dabei halten sie jeden Vergleich mit konventionellen Werkstoffen, wie Altpapier und Zellstoff, stand.